Biodynamisch aus kulturwissenschaftlicher Sicht

Tiefe Einblicke in die deutschsprachige biodynamische Gedanken- und Gefühlswelt vermittelt die Autorin dieser ethnographisch-religionsanthropologischen Studie, die auch schon für unsere Zeitschrift schrieb (zuletzt: LE2/24). Für ihre Dissertation führte sie zahlreiche Interviews und Gespräche, besuchte Tagungen, Präparate-treffen und Höfe und wertete reichlich Literatur aus der und über die Biodynamik aus. So ergibt sich ein umfassendes Bild der biodynamischen Bewegung und ihrer Grundlagen, auch der anthroposophischen und wissenschaftlichen, gestützt auf die vielfältig individuellen Arten, das Biodynamische zu leben. Schwerpunkte sind neben dem anthroposophisch-biodynamischen Hintergrund der Umgang mit Präparaten bzw. Nutztieren und das diesem zugrunde liegende Verständnis bzw. das Verhältnis zur Natur. Dabei ist die Vorgehensweise sowohl teilnehmend als auch in kritischer Distanz, so dass sich insgesamt ein aktuelles Bild der gelebten Biodynamik ergibt, das auch zeigt, dass sie trotz aller Erfolge immer noch eine kulturelle Randerscheinung ist.

Stephanie Majerus: Ackerbau des Lebendigen. Tiere, Wissenschaft und Anthroposophie in der biodynamischen Landwirtschaft. Transcript Verlag; 2024, 390 Seiten, ISBN 9783837670387, 54,– €, bzw. als gratis-pdf beim Verlag: www.transcript-verlag.de/978-3-8376-7038-7/ackerbau-des-lebendigen/