Eine fällige Kulturgeschichte der Milch präsentiert uns die Autorin und spart dabei weder die Nomaden, deren Ernährung zu 75 Prozent aus Milch besteht, aus, noch die Reduktion der Milch zum Preiskampfmittel der Discounter. Wir lesen über die Erfindung des Butterbrotes, über Milch und Frau, aber auch, wie die Milch in die Tüte kam und in Verruf, weil vom angeblichen Klimakiller Kuh erzeugt. Warum Milch wertvoll sein könnte, wie sie, einst nur Göttern vorbehalten, nach und nach industrialisiert und entwertet wurde, und ob Rohmilch und handwerkliche Käsekunst eine Renaissance erfahren, all das und mehr in diesem nicht nur für Landwirte interessanten Buch.
Andrea Fink-Keßler: Milch. Vom Mythos zur Massenware.
oekom Verlag München 2013, 286 S. geb., 19,95 Euro, ISBN 978-3-865813114