Mit Ökolandbau die Welt retten?

Zumindest das Hungerproblem lösen, den Weg dorthin schreibt pointiert und hochkompetent Felix Prinz zu Löwenstein. Der Autor ist Öko-Landwirt und vertritt seit Jahren die Biobranche als Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Mit seinem Buch greift er in die seit Jahren schwelende Debatte um den richtigen Weg zur Ernährung der Welt ein und wendet sich sowohl an Städter wie an Landmenschen. Zunächst liefert er eine Analyse der aktuell nicht gelingenden Ernährungssicherung, um dann die Kontroverse zwischen Industrielandwirtschaft und Ökolandbau zu betrachten, immer anschaulich mit vielen Beispielen, Fakten und Erlebnissen angereichert. Denn Löwenstein kennt sowohl die Verhältnisse der Landwirtschaft, hier wie im armen Haiti, als auch die Bedingungen des politischen Geschäfts. In den folgenden Kapiteln wird es auch für Fachleute spannend, weil Löwenstein dank seiner Erfahrung konkret wird: Ökologische Intensivierung heißt sein Vorschlag, der auf eine weltweit andere Landwirtschaft setzt und völlig andere Prioritäten für die Landwirtschaft, die ja der konkreten Ernährung und nicht anonymen Märkten dienen soll, setzt. Und auch der Ökolandbau müsse sich dringend weiter entwickeln, Allianzen mit Forschern auch außerhalb der Szene suchen – der Autor schlägt ein Max-Planck-Institut für ökosystemare Agrarforschung vor. Mehr kommt im abschließenden Kapitel – Hinweise für Verbraucher und Politiker. Denn Letztere treten in Deutschland bewusst auf die Bremse, während sogar FAO und EU längst versuchen, umzusteuern. Ein gut lesbares Manifest für Laien wie für Fachleute.

 

Löwenstein, Felix zu: Food Crash. Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr.

Pattloch Verlag München 2011, 320 S., ISBN 978-3-629-02300-1, 19,99 €

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