Alles fühlt – Biologie neu betrachtet

Ein wunderbares Buch! Und eines das fällig war. Es räumt auf mit den Klischees von Leben als Verdrängungskampf biochemischer Maschinenwesen und legt sich quer zum (noch) wissenschaftlichen Mainstream. Leben kommt nicht aus dem Labor und kann auch nicht im Labor verstanden werden – das ist die Botschaft, die der Autor, selbst Biologe und Wissenschaftsjournalist, einfühlsam und nachvollziehbar verkündet, auf neuestem Forschungsstand belegt. Mit poetischer und präziser Sprache zugleich nimmt er uns mit auf die Reise in eine neue Sicht der Welt des Lebendigen. Auch wenn es dem Eingeweihten nicht ganz neu sein dürfte, neu ist auf jeden Fall, dass die Wissenschaft inzwischen soweit ist, ihr Paradigma zu überdenken, alles Leben müsse auf Physik und Chemie zurückgeführt werden. Und sehr ansprechend, wie gesagt die Erzählweise – Fakten unterhaltsam mit Erlebtem verwoben, schon allein deswegen lesenswert. Zitate gefällig?: „Leben ist keine Kaskade von Reaktionen, sondern ihr Gegenteil: Autonomie.“ Oder „Mit dem Schwinden der Natur droht uns damit eine ganz besondere Gefahr: der Verlust der Liebe.“ Warum? Selbst lesen!

 

Andreas Weber: Alles fühlt. Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaft,

Berlin Verlag, Berlin 2007, 350 S. , 9,20 €, ISBN: 978-3-8333-0423-1

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