Bio – das Problem Konventionalisierung

Bio als Massenware, das ist eine Erfolgsgeschichte mit blinden Flecken und dunklen Seiten. Vor allem, wenn man sich auf die Werbung verlässt. Der Autor, Agrarbiologie und kurzzeitig im Qualitätsmanagement der Bioschiene eines österreichischen Discounters, macht mit diesem Buch einen „Reality-Check“. Er vertieft seine Insiderkenntnis durch Besuche in Schlachthöfen, Großbäckereien, Marketingabteilungen und bei Biobauern und beschreibt die zunehmende Differenz zwischen Idee des Ökolandbaus und der Praxis von Supermärkten und Discounter. Schöne neue Bio-Welt ? Von wegen. Für ihn rutscht der Bioanbau auf der Marktseite immer mehr in die falschen Hände – Verbraucherenttäuschung und Skandale vorprogrammiert. So war er unlängst Gast in einer Talkrunde zum Betrug bei der Biohühnermassenhaltung. Seine Lösung für Konsumenten: Den Bio-Nischenmarkt jenseits der Lebensmittelketten aufsuchen und regionale Versorgungsnetzwerke aufbauen, die den Bauern das Überleben ermöglichen und den Berufsstand auf­werten, statt ihn zum Handlanger der Lebensmittelindustrie zu machen. Dann könnten auch die Öko-Bauern ihre Werte einfacher realisieren.

 

Clemens G. Arvay: Der Grosse Bio-Schmäh. Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen.

Carl Ueberreuter Wien 2012, 208 S., 19,95 €, ISBN 978-3-80007528-7

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