Manfred Klett war lange Jahre Leiter der heutigen Sektion Landwirtschaft am Goetheanum. Seine Vorträge auf deren internationalen Tagungen waren immer ein Höhepunkt. Durch Aufbau, Vortragsstil und Wortwahl glichen sie fein komponierten Altarbildern des Biodynamischen, umfassend und vertiefend, viele Teilnehmer berührende und motivierend. Nun hat er im hohen Alter ein Buch fertiggestellt, das daran anknüpft. Umfassend wie gewohnt bettet er Landwirtschaft in einen Kulturstrom ein und verknüpft selbst ganz praktische Themen wie z. B. die Bodenbearbeitung verständlich mit anthroposophischen Aspekten. Im ersten Teil geht dieses Buch zunächst auf die geistigen und sozio-ökonomischen Grundlagen der Landwirtschaft ein – vom Organismusprinzip bis hin zur Betriebsgemeinschaft oder der Spannung zwischen Landwirtschaft und Industrie. Im zweiten Teil beschreibt Klett, der nach wie vor auch an der Landbauschule Dottenfelderhof lehrt, ausführlich drei Säulen der landwirtschaftlichen Individualität – des Kernkonzepts des Biodynamischen – und der Bodenfruchtbarkeit: Arbeiten und Aspekte des Jahreslaufs, zu Fruchtfolge und Düngung inclusive detaillierter Erläuterung zu den biodynamischen Präparaten sind hier zu finden. Wer das Biodynamische tiefer und umfassender verstehen will, greift hier zum richtigen Buch.
Manfred Klett: Von der Agrartechnologie zur Landbaukunst.
Wesenszüge des biologisch-dynamischen Landbaus. Eine Landwirtschaft der Zukunft.
Verlag am Goetheanum CH-Dornach 2021, 488 S, 48,00 €, ISBN 978-3-7235-1668-3
