Heftübersicht 4/2008

Anders Ackern

Mehr für Boden, Qualität oder Klima tun, mit diesen Motiven gehen Öko-Landwirte neue Wege auf ihren Feldern: Zu Misch- oder Dammkultur, Weite Reihe, Agroforstwirtschaft und anderem lesen Sie in der Juli-August-Ausgabe der Zeitschrift Lebendige Erde.

Wie Qualität vom Boden an entsteht, zeigt der Demeter-Betrieb Knollmannshof: Die Weißenbachs schwören auf Dammkultur und bringen so ihr Gemüse zu bester Qualität. Das Verfahren braucht spezielles Gerät und muss erlernt werden. Der Dreifamilienbetrieb setzt mehr und mehr auf die Direktvermarktung, mit Hofladen und Abokisten.

 

Mit dem Verfahren Weite Reihe lassen sich bessere Weizenqualitäten erzielen, wie Heinz Gengenbach vom Hessischen LLH am Beispiel von zwei Betrieben berichtet. Das ist auch mit Weizen-Leguminosengemenge möglich: die Mischungspartner bestimmen sich je nach Standort wie Claudia Hof-Kautz in einem Projekt der Unis Göttingen und Dresden herausfand. Aus der Praxis stellen zwei Demeter-Landwirte ihre Erfahrungen mit Mischkultur mit Ölfrucht sowie mit Agroforstflächen dar. Ob der Einsatz Effektiver Mikroorganismen im Ökolandbau lohnt, dazu geben zwei Schweizer Forscher Auskunft.

 

Schweres Ackergerät ruiniert die Böden: Wie Bodenverdichtungen entstehen und was die Folgen sind stellen die Bodenkundler Prof. Wilfried Ehlers und Prod. Rainer Horn in ihrem Beitrag dar und plädieren für mehr Sorgfalt und mehr Humuswirtschaft. Durch letztere sind ökologisch bewirtschaftetet Böden nicht nur besser gegen Bodenverdichtungen gefeit sondern auch deutlich weniger durch Erosion gefährdet, wie Norman Siebrecht von der TU München beschreibt.

 

Anpassen an den Klimawandel - was die Landwirte erwartet und wie sie sich drauf einstellen können beschreibt Dr. Guido Haas in seinem Beitrag. Und in der Rubrik Forschung geht es um Nebeneffekte der Züchtung mit Kreuzung oder Gentransfer: Es entstehen auch unerwartete Eigenschaften, das zeigen Ruth Richter und Dr. Johannes Wirz vom Forschungsinstitut am Goetheanum.

 

Ob Nanotechnologie in Lebensmittel gehört – das diskutiert die Buchautorin Dr. Andrea Flemmer in der Rubrik Ernährung. Dort gibt es auch ein Kurzportrait der Beerenbauern, die Demeter-Fruchtaufstrich mit besonders hohem Obstanteil herstellen. Wie kleine Naturkostläden sich profilieren können stellt Silke Runge, FH Eberswalde, dar.

 

Lebendige Erde bietet außerdem regelmäßig sechs Seiten zum Hausgarten mit Arbeitskalender, und einem Beitrag zur Blumenuhr, präsentiert auf zwei Seiten die „Siegesgärten“ der Künstlerin Ines Doujak, berichtet Aktuelles aus dem Demeter-Verband und gibt Tipps zu Veranstaltungen, Büchern sowie Erläuterungen zum Sternenhimmel. Die Rubrik biodynamisch führt ein in Gesichtspunkte zu einer spirituell verstandenen Landwirtschaft.

Lebendige Erde erscheint zweimonatlich und ist die Zeitschrift für biologisch-dynamische Landwirtschaft, Ernährung und Kultur im deutschsprachigen Raum.(Einzelheft 8,00 €, Jahresabo 45 €, Vorzugsabo 35 €).