Heftübersicht 3/2012

Boden fruchtbar machen

Bodenfruchtbarkeit ist das natürliche Kapital des Bauern, relevant fürs Klima und entscheidend für die Welternährung. Wie man sie aufbaut und pflegt, hier oder in der Wüste, davon berichten Praktiker und Forscher in der Mai-Juni-Ausgabe von Lebendige Erde.

Drüberlaufen, graben, reinschauen –Bioland Bauer Sepp Braun erklärt im Portrait seine Herangehensweise, mit der er pflanzenbauliche Maßnahmen beurteilt. Das Potenzial künftiger Landwirtschaft sieht der in der Vertikalen: Humus steigern, Unterboden aufschließen und mittels steter Bodenbedeckung und Agroforst die Kraft der Sonne nutzen.

Humusaufbau und Klimaschutz, was die Landwirtschaft hier leisten kann, beschreiben Prof. Kurt-Jürgen Hülsbergen und Mitarbeiter, TU-Weihenstephan in einem Beitrag auf Basis einer dynamischen Humusbilanzierung. Und was sich über den Einfluss von Rottemist und biodynamischer Präparate sagen läst, schildert Meike Oltmanns vom Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in ihrer Auswertung des Darmstädter Landzeitversuchs.

 

Wie Bodenaufbau in der Wüste nachhaltig geht, erfahren Leser im Bericht von Matthias Keitel und Angela Hofmann von der ägyptischen Sekem-Initiative, die auf dreißigjährige Erfahrung zurückgreifen kann und gerade neue Kultivierungsprojekte begonnen hat. Praxiserfahrungen mit Direktsaat im Ökolandbau steuert ein Beitrag über die Methode des biodynamischen Tüftlers Friedrich Wenz und sein gerät zur Direktsaat im Ökolandbau bei. Und natürlich darf ein Beitrag über Dammkultur nicht fehlen, Dirk Appel schreibt über Demeter-Landwirt Uwe Wüst. Erfahrungen mit Mulch in der Gärtnerei stellt Dr. Johannes Fetscher dar. Aus der Forschung gibt es Ergebnisse des FiBL zu reduzierter Bodenbearbeitung im Ökolandbau zu lesen, von Dr. Alfred Berner und Kollegen.

 

Dem in der Bildung unterbelichteten Thema Boden in der Pädagogik widmet sich in einem Erfahrungsbericht Dr. Uli Hampl. Und ob Hauswirtschaft und Kochen in den Lehrplan gehören, diskutiert Katharina Grieger anhand ihrer und der Schüler Erfahrungen damit.

 

Darüber hinaus gibt es Tipps zum biodynamischen Hausgarten, Erläuterungen zu den biodynamischen Präparatepflanzen und zu alten biodynamischen Verfahren wie der Düngewassertonne. Die Diskussion um eine historisierende Sichtweise von Steiners Landwirtschaftlichem Kurs wird fortgesetzt. Zudem im Heft: Aktuelles aus dem Demeter-Verband samt Tipps zu Veranstaltungen, Buchvorstellungen sowie Erläuterungen zum jahreszeitlichen Sternenhimmel.

 

Lebendige Erde erscheint zweimonatlich und ist die Zeitschrift für biologisch-dynamische Landwirtschaft, Ernährung und Kultur im deutschsprachigen Raum.(Einzelheft 8,00 €, Jahresabo 45 €, Vorzugsabo 35 €).