Heftübersicht 6/2018

Biobranche: Wirtschaft (gemeinsam) neu gestalten

Braucht Ökolandbau andere Formen der Wirtschaft? Kann die Biobranche Vorreiter werden durch eine faire und nachhaltige Gestaltung der Wertschöpfungskette auf Augenhöhe? Antworten und konkrete Ansätze anderer Wirtschaftsformen bietet die November-Dezember Ausgabe 2018 von Lebendige Erde, der Fachzeitschrift für Biodynamische Agrarkultur.

Im Portrait steht die Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft Landwege aus Lübeck, in der Bauern, Handel und Konsumenten gemeinsam den lokalen Bio-Markt gestalten. In seinem Beitrag zur Entwicklung der Biobranche fordert Dr. Alexander Beck von der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller die Branche auf, wieder Impulsgeber zu sein und nachhaltige Wirtschaftsformen zu etablieren. Am Beispiel des fair & assoziativ-Labels der Oikopolis Gruppe in Luxemburg zeigt Jonas Vach, wie eine assoziative Zusammenarbeit bis zum Produkt reicht. Ueli Hurter von der Hochschule für Geisteswissenschaften, Goethenaum, sieht im Bezug auf die spezielle Ökonomie der Landwirtschaft auch ein gesellschaftlich wirksames Potenzial. Im Interview erläutert Alexander Gerber, wie sich die Demeter-Gemeinschaft für eine assoziative Praxis einsetzt.

In der Rubrik Ernährung geht Dr. Jasmin Peschke, Koordinationsstelle für Ernährung am Goetheanum, darauf ein, wie der Verbraucher seine Werte und Handeln in Einklang bringen kann – und welche Rolle die tägliche Ernährung dabei spielt. Dr. Petra Kühne vom Arbeitskreis für Ernährungsforschung e.V. stellt die wohltuende Wirkung von Kräuter- und Früchtetees dar. Einen Überblick zum Online-Handel mit Lebensmitteln gibt Meltem Başara vom Demeter-Verband. Außerdem wird das Familienunternehmen Taoasis, spezialisiert auf ätherische Öle und Essenzen, von Susanne Aigner portraitiert.

In der Rubrik Feld & Stall geht es um die biodynamische Kultivierung von Edelpilzen im Pilzgarten bei Hamburg. Demeter-Milchreferentin Franziska Bühlen beschreibt verschiedene Wege der Bullenmast als Alternative zum Wegwerfkalb. Wie die Wertschöpfungs-gemeinschaft die biodynamische Pflanzenzüchtung unterstützen kann, erläutert Michael Fleck, Geschäftsführer vom Kultursaat e.V. Dr. Silvia Ivemeyer, Christel Simantke und Asja Ebinghausen von der Uni Kassel haben erforscht, welche Einflüsse sich positiv oder negativ auf die Eutergesundheit von Milchkühen auswirken.

Nikolai Fuchs fasst in der Rubrik Biodynamisch die Idee der Evolutiven Agrarkultur zusammen und beschreibt die Bedeutung des landwirtschaftlichen Organismus. Die Ausgabe bietet zudem Berichte von Veranstaltungen, Aktuelles aus dem Demeter-Verband, Buch- und Terminhinweise. Für biodynamische Hausgärtner gibt es den aktuellen Demeter-Gartenrundbrief als Beihefter.

Lebendige Erde erscheint zweimonatlich und ist die Zeitschrift für biologisch-dynamische Landwirtschaft, Ernährung und Kultur im deutschsprachigen Raum.(Einzelheft 8,00 €, Jahresabo 45 €, Vorzugsabo 35 €).